Ostern oder auch der große Eierfeiertag

Montag, 21.04.2014

Es ist (Oster-)Montagabend; ich gammle gerade so halbwach auf dem Sofa herum und kann es gar net so richtig fassen, dass Ostern war. Es war einfach mal so komplett anders und zum ersten mal in meiner Zeit hier in Estland frage ich mich, ob das nun auch so passt ist oder ob es nicht doch ein bisschen zu merkwürdig ist.

Um in Osterstimmung zu kommen war ich am Freitag mit Diana in einer Messe. Allerdings war die Messe, wie könnte es anders sein, komplett auf estnisch, und somit net so ganz verständlich für uns. 1h und 45 Minuten später ging es dann auch schon wieder ins Cafe und es war eigentlich alles ganz normal wie an einem Freitag eben, selbst der Supermarkt hatte bis 23 Uhr offen.

Am Sonntag ging es dann recht früh raus für mich, aber nicht etwa in die Kirche, sondern zur Arbeit. Ich hatte die Freude Ostern mit ca, 630 Erwachsenen und Kindern aus sozial benachteiligten Familien zu feiern. Dabei hatten wir die Unterstützung von der estnischen Bundeswehr (im Juni geht es mit denen auch für ein paar Tage Kanu fahren - ich muss es noch raus finden, warum uns eigentlich die Bundeswehr immer wieder unterstützt) und dem "Serve the City" Team.  Viel von der ganzen Veranstaltung habe ich jedoch net mitbekommen, da ich in einem Speisesaal war und Essen verteilt habe - viel Essen mit Nachtisch. Zwischendurch kam mir mal ein riesengroßer Osterhase entgegen, der Schokolade verteilt hat. 5 Stunden später war dann auch alles vorbei und es ging ab in den Park um mit einigen Freiwilligen Evas Geburtstag zu feiern.  Ein wirkliches "FROHES OSTERN" wünschen gab es jedoch net. Auf der großen Osterfeier habe ich mich kurz mit einer andren Mitarbeiterin vom Peeteli darüber unterhalten, wie man sich denn frohe Ostern auf estnisch wünscht (zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, ich brauche diesen Ausdruck) und sind dann irgendwann bei der russischen Variante gelandet. Auf russisch wünscht man sich "Христос воскрес - Воистину воскре" was so viel heißt wie "Christus ist auferstanden - wahrhaftig auferstanden". Und das kommt mir sehr bekannt vor .

Ach ja Einkaufen gehen war natürlich möglich am Ostersonntag, der hier in Estland besser bekannt ist als großer Eierfeiertag.

 

Tja und heute am Montag war auch wieder alles total normal, die Kinder sind wie an jedem Montag wieder in die Schule gegangen und der Alltag war wieder da. Wir haben angefangen die Kleiderausgabe morgen vorzubereiten und die Kirche in einen großen Kleiderflohmarkt verwandelt.

Um auch ein bisschen Ostern am Montag zu haben wollten Sandra, Sophia (unsre beiden Freiwilligen aus Finnland), Eva und ich mit den Kindern lauter Spiele rund ums Ei spielen (um auch einen Bezug zum großen Eierfeiertag zu bekommen), was     ein bisschen chaotisch war. Da es am Ende eine Osternestsuche mit Schokolade gab, waren dann doch noch alle zufrieden (Ostereier suchen ist in Estland keine Tradition und somit war es für die Kinder echt ein Spiel).

 

Und das war mein estnisches Osterfest 2014,

alles Liebe,

eure Krissi