Ferienlager Nummer 2 - Norwegische Abendteuer mit den Mädels

Montag, 04.08.2014

Zusammen mit 3 weiteren Erziehern und 24 Mädels zwischen 7 und 18 Jahren ging es los zum Feriencamp nach Norwegen. Beim Tallinner Flughafen angekommen, stieg auch die Aufregung. Für einige der Mädels war es der erste Flug. Auch bei uns Mitarbeitern stieg die Aufregung als wir bemerkten, das vier Mädels nicht auf unsren Flug gebucht wurden sondern auf einen andren, der eine halbe Stunde später ging. Aber gut unsre Mädels sind ja Kämpfer, die schlagen sich da schon durch. Und so war es auch. Nach einer einstündigen Busfahrt vom Osloer Flughafen zu unsrem Lager kamen wir alle zusammen heil an. Hier warteten schon einige strahlende Norweger, die uns alle in die Arme schlossen. Und bei dem ersten Mädchen flossen gleich die Tränen - mit dem ankommen am Lager wurde ihr glaub bewusst, dass sie nun wirklich in Norwegen ist - ganz ohne Mama und Geschwister. Die kleine war schon das 3.x auf dem Lager und nach ein paar Tagen hat sie sich auch ganz gut gefangen, hüpfte freudestrahlend durch die Gegend und die Tränen, das nicht essen wollen und erbrechen der ersten Tage war schnell vergessen. Und so ging es allen Mädels, wenn sie mal einen kleinen Hänger hatten. Unsre Freunde aus Norwegen haben sich auch vieles einfallen lassen, sodass es uns nie langweilig wurde. Die erste Woche war sehr heiß, sodass jeder Ausflug einen Stopp am Fjord zum Schwimmen beinhaltete. Da kam echte Urlaubsstimmung auf. Die 2. Woche verbrachten wir in den Bergen. Nun standen Programmpunkte wie Wandern, Besuch einer Farm  und Ausflüge in den Vergnügungspark  und ins "Wasserrutschenland"   an. Selbstverständlich haben wir auch hier immer wieder Gelegenheiten zum Schwimmen gefunden, sei es in Bergseen oder einfach im Fluss . Ich glaube es wird mir sehr fehlen, einfach mitten im Nirgendwo anzuhalten und schwimmen zu gehen. Ich hoffe dass ich diese Leichtigkeit mit nach Deutschland nehmen kann und nicht wieder anfange alles so ernst zu nehmen und drei Mal über eine Sache nachzudenken, sondern die Dinge und Entscheidungen einfach aus dem Herzen heraus zu treffen.

Auf dem Lager hatten die Mädels die Möglichkeit anonym Fragen in eine Fragenbox zu werfen. Vor jedem Essen haben wir Mitarbeiter dann auf 1-3 Fragen zu antworten. Es war sehr spannend welche Fragen die Kinder doch gestellt haben. Es gab sämtliche Fragen, z.B." Wenn man aus einer Meerjungfrau eine Suppe macht, ist es dann eine Fleischsuppe oder eine Fischsuppe?", "Warum sind manche Menschen so böse?" oder auch "Hat der Teufel die Drogen in die Welt gebracht?". Auch bei uns auf dem Lager war das Thema Drogen aktuell. 2 ältere Jugendliche mussten uns nach 4 Tagen in Norwegen wieder verlassen. Sie haben heimlich Drogen mit nach Norwegen geschmuggelt und diese auch konsumiert. Es war keine leichte Entscheidung die beiden alleine zurück zu schicken, doch wir mussten auch die andren Mädels schützen. Ich bin sehr dankbar, dass viele der andren Mädchen stark sind und keine Drogen zu sich nehmen, obwohl sie in einem Umfeld aufwachsen in dem dies normal zu sein scheint.

 

 

Alles Liebe zurück aus Tallinn,

eure Krissi    

PS: Am Mittwoch starte ich schon wieder ins nächste Ferienlager. Also net wundern, wenn der nächste Blogeintrag auf sich warten lässt.