Berichte von 03/2014

3. Ziel: Käsmu

Sonntag, 30.03.2014

Trotz Zeitumstellung (kleine Bemerkung: Aus irgendwelchen Gründen habe ich im Vorfeld nichts mitbekommen, dass die Uhren von Samstag auf Sonntag umgestellt wurden. Nur als Nena und ich an der Bushaltestelle standen und kein Bus kam, kam uns die ganze Sache irgendwie merkwürdig vor. Und irgendwann kam es mir dann, dass ja auch die Sommerzeit anfangen muss...) haben es Nena und ich am nächsten Tag auch noch nach Käsmu geschafft. Käsmu hat 131 Einwohner und ist somit der kleinste Ort, den ich hier in Estland besucht habe UND der in meinem Reiseführer steht. Ja, auch Orte mit 131 Einwohner haben einen Reiseführereintrag verdient. Ganz besonders dann, wenn sie wie Käsmu in einem Nationalpark liegen und als eines der schönsten Dörfer Estlands betitelt ist. Nach dem heutigen Tag, kann ich dies auch total nachvollziehen. Die Lage von Käsmu gibt schon einiges her; Umringt vom Wald, an einer Bucht. Eis bisschen wie im Bilderbuch.

    Eine Kirche gibt es hier auch Mal wieder im Wald Findlingsfeld mitten im Wald... ... mit ca. 400 Hektar das umfangreichste in Estland

Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden in Käsmu über 50 große Segelschiffe gebaut. von 1884 bis 1931 gab es eine Seemannsschule. Es ist also kein Wunder, dass Käsmu auch "Kapitänsdrof" genannt wird. Viele Kapitäne wurden hier ausgebildet und rund 25 ließen sich im Ort nieder (bei den ca. 50 Häusern kann man also davon ausgehen, dass jedes 2. Haus einer Kapitänsfamilie gehört. Überall stehen kleine Holzvillen.

 

Die Seemannsschule gibt es heute nicht mehr, dafür ist im alten Schulgebäude nun ein Meeresmuseum, dessen Besitzerin 2 Hunde hat (Rosa und Puna), welche die Türen öffnen können.

 

Käsmu liegt im Lahemaa Nationalpark im Norden Estlands. Im Lahemaa Nationalpark leben ca. 160 Elche. Leider habe ich keinen von ihnen gesehen  und auch keinen Luchs, Biber oder  Bären. Obwohl es hier so viel Wald gibt und ich auch immer wieder im Wald bin, habe ich noch gar keine Waldtiere im Wald gesehen.

Und nun bin ich nach den ganzen Reiseberichten und dem auswählen der Fotos echt müde.

Wünsche euch allen einen guten Start in die neue Woche, bis bald,

eure Krissi

2. Ziel: Rakvere

Sonntag, 30.03.2014

Nachdem Nena mir ihre neue Heimat gezeigt hat, ging es gleich noch weiter nach Rakvere. Rakvere ist mit 17000 Einwohnern schon eine Kleinstadt und der Hauptort des Landkreises Lääne-Virumaa. Hier gibt es eigentlich alles, was man so braucht zu Leben.

 

Wie ich erfahren habe, sind die Einwohner sehr stolz auf ihren früheren Mitbürger Arvo Pärt, einem international bekannten Komponisten, welcher allerdings 1980 nach Deutschland zog. Wer Arvo Pärt nicht kennt, HIER ein Link zu einem seiner Stücke.

 

Und hier ein kleiner visueller Rundgang durch Rakvere:

  Nena Kirche Nch mal eine andre Kirche Schöne Sonnenuntergänge gibt es überall Die Burgruine Noch mal die Burgruine von der Rückseite

Natürlich gibt es auch noch ein großes ShoppingCenter, verschiedene Bars und Kneipen, aber die sehen ja doch alle irgendwie gleich aus... Denke ihr habt mehr von der Natur und den alten Bauten.

 

Was hat der Stier mit Rakvere zu tun? Das Wahrzeichen der Stadt ist ein Stier. Warum?habe ich leider noch nicht herausgefunden... Aber ich kann euch sagen, dass die Stierfigur sieben Meter lang, vier Meter hoch und sieben Tonnen schwer ist und somit die größte Tierfigur im Baltikum ist. Eine Berührung der Hoden soll Kraft und Stärke bringen.

 

Am Abend ging es für Nena und mich wieder zurück nach Haljala und ich bin nicht drum herum gekommen beim Busfahrer das Ticket zu kaufen. Er hat mich auf Anhieb verstanden .

Und weiter geht das Reisen -> 1. Ziel: Haljala

Sonntag, 30.03.2014

Für März habe ich mir ja vorgenommen auch ein paar kleinere Orte hier in Estland zu bereisen, in denen ich bisher noch net war. Nun ist der März fast herum, hier als noch die Berichte dazu :

Haljala     

Auch wenn mein estnisch noch immer sehr gebrochen klingt bin ich mittler Weile im Stande mir eine Busfahrkarte auf estnisch beim Busfahrer zu kaufen. Doch vor meiner Reise nach Haljala habe ich mir das Busfahrticket echt online gekauft um den Namen des Ortes nicht aussprechen zu müssen , denn auch so kurze Ortsnamen können es mit der Betonung in sich haben.

In Haljala leben ca. 2000 Menschen und eine davon ist Nena, eine slowenische Freiwillige, die sich das ganze Wochenende für mich Zeit genommen hat. Wie so oft in den Dörfern arbeitet Nena in so ziemlich allen sozialen Einrichtungen mit: dem Kulturzentrum, dem Kindergarten, dem Jugendhaus und zeitweise arbeitet sie auch in der Schule mit. Ich glaube jeder in Haljala kennt Nena mittler Weile.

Während meiner Anreise habe ich mich schon etwas gewundert, dass mein Reiseführer auch etwas über Haljala zu sagen hat. Es gibt dort nämlich eine Sehenswürdigkeit: die Kirche:

 

Hier noch ein paar andere Einblicke in das Landleben von Haljala:

 

Wie könnte es auch anders sein, Haljala liegt natürlich irgendwo im Nirgendwo, ein bisschen versteckt im Wald. So zum Erholen, Spazierengehen und ein bisschen "heile Welt" erleben ist es echt die richtige Ankaufstelle. Von Tallinn aus ist es auch mit dem Bus in ein bisschen mehr zu erreichen und Nena ist echt eine super nette und lebensfrohe Freiwillige. Deswegen habe ich bewusst "Auf Wiedersehen" zu Haljala gesagt, da ich auf jeden Fall noch einmal hin möchte. Die Tallinner Altstadt ist schon wieder fest in touristischer Hand, sodass sich das rausfahren aus der Stadt echt lohnt.

 

2. Türe nach dem Wäldle

Freitag, 28.03.2014

Dies war in den vergangenen Tagen meine Adresse. Nichts mehr mit Leben im Zentrum von Tallinn. Das Hostel mussten Eva und ich nämlich für einige Tage verlassen. Es haben sich 18 Finnen für 2 Nächte angemeldet und deswegen mussten wir, aus mir noch unverständlichen Gründen, unsre Zimmer komplett leeren. Erfreulicher Weise haben wir dies eine Woche vor unsrem Auszugsdatum erfahren. Die erste Idee war: Wir ziehen ins Peeteli. Wofür arbeite ich denn in einem Sozialzentrum, dass sich den Armen und Bedürftigen annimmt?!? Wie gut, dass es in der einen Wohngruppe noch ein freies Doppelzimmer gibt. Und in seiner Arbeit zu wohnen hat ja auch Vorteile .  Doch so weit sollte es gar net kommen, da eine gute norwegische Freundin und Unterstützerin vom Peeteli dies erfahren hat und uns ihre Wohnung angeboten hat (sie benutzt die Wohnung nur, wenn sie zu Besuch in Tallinn ist, sonst steht sie leer). Eine richtige Wohnung! Da mussten wir einfach "ja" sagen. So kam es also, dass wir am Dienstag mit dem Taxi von der Arbeit abgeholt wurden und in unser neues zu Hause gebracht wurden. Nachdem wir die nächste Bushaltestelle gefunden hatten, die uns am Mittwochmorgen zur Arbeit bringt, machten wir uns auf dem Weg zum Einkaufen. Denn, wie schon erwähnt, wir hatten ja eine richtige Wohnung mit einer richtigen Küche MIT Backofen. Im Hostel haben wir ja nur 2 Herdplatten. Also war unser Ziel im Supermarkt die Tiefkühlabteilung. Kaum zu glauben, aber man kann sich einen Tag lang nur von verschiedenen Tiefkühlprodukten ernähren. Ihr könnt euch gar net vorstellen mit welcher Begeisterung ich der TK Pizza im Backofen bestaunt habe.

  DIE TK Pizza DER Backofen

Die ganze Wohnung sah auch echt wunderschön aus und einfach zum Wohl fühlen. Mir ist es vorher gar nicht so bewusst gewesen, wie sehr mir ein zu Hause einfach fehlt.

  Blick ins Wohnzimmer mit Blick ins Schlafzimmer

Eva und ich haben deswegen auch beschlossen in unsrer Zeit in Estland für Frieden, Gerechtigkeit und ein richtiges Zuhause zu kämpfen .

Auch wenn es schon einige Tage her ist, kann ich mich noch gut daran erinnern, wie Eva und ich am ersten Abend zusammen im Wohnzimmer auf dem Sofa saßen, ganz friedlich gelesen haben und uns überlegt haben, wie schön es doch ist alt zu werden. Da wir in der Wohnung keinen Internetzugang hatten, hatten wir eine abwechslungsreiche Abendprogramm Gestaltung: lesen, Karten spielen, Briefe und Postkarten schreiben und filzen. Und obwohl wir nun wirklich den ganzen Tag zusammen verbracht haben (die Wohnung hat nur ein Schlafzimmer, wir waren also nicht mal in der Nacht getrennt), haben wir uns überlegt, dass wir im April den internetfreien Dienstag einrichten, sodass wir "gezwungen" sind uns einen gemütlichen Abend zu machen. Manchmal frage ich mich echt, wie mein EFD ohne Eva und Freundschaftsbääm so verlaufen würde...

 

Tja und nun sitze ich wieder in meinem Hostelzimmer in der Altstadt. Beim schnellen Einpacken ist mir schon aufgefallen, dass ich nach 7 Monaten in Estland schon 3 Bananenkisten mehr habe. Das Auspacken wird sich nun etwas hinziehen, da ich ernsthaft ausmisten möchte und muss.

 

Guts Nächtle,

Krissi

 

Einkaufen gehen

Samstag, 22.03.2014

Auch wenn ich in einem Hostel wohne und in einem Sozialzentrum arbeite, kommt es immer mal wieder vor, dass ich – so wie heute – einkaufen gehen muss. Ich denke, auch die alltäglichen Dingen, wie einkaufen gehen, haben das Recht auf einen Blogeintrag. Auf den ersten Blick ist es hier in Estland eigentlich wie in Westeuropa. Die Supermärkte heißen zwar nicht LIDL oder REWE, dafür gibt es RIMI und PRISMA, sieht aber von Innen genauso aus:

 Auch die Körperpflege ist versorgtUnd für alle Hello Kitty Freunde gibt es hier auch etwasUnd noch mehr SüßigkeitenJa :), auch Alkohol gibt esAuch wenn es in Estland keine Bächereien gibt,...... diese Abteilungen im Supermarkt sind ein super Ersatz

Auch der H&M hat es nach Tallinn geschafft:

Und die Öffnungszeiten sind auch sehr angenehm, so grob kann man sagen, dass die Geschäfte von Montag bis Sonntag von 8 Uhr bis 22 Uhr offen haben. Für Notfälle gibt es ein paar Häuser weiter noch einen 24 Stunden Laden, in dem man sich auch morgens um 5.45 Uhr ein Eis kaufen kann.

Jedoch gäbe es keinen Blogeintrag, wenn alles so wie in Deutschland wäre. Über das Wegbringen von Pfandflaschen habe ich ja HIER schon berichtet…

In Tallinn gibt es auch noch die täglichen Märkte, wie z.B.:

Den WollmarktDen BlumenmarktOder einen alles was Urlauber (nicht) brauchen Markt

Einer meiner Lieblinge ist der Markt in Nõmme, in dem es Obst und Gemüse direkt vom Bauern gibt.

 

Und um das Osteuropafeeling noch ein bisschen aufleben zu lassen, hier einige Beispiele, was man so alles beim Russenmarkt kaufen kann:

 KleidungBunt gemischtesObst und GemüseAltesNoch mal alles MöglicheUnd auch SelbstgemachtesOder auch Grabsteine

Wie ihr also sehen könnt, bin ich hier bestens versorgt. Das einzige was den estnischen Markt leider noch nicht erreicht hat, ist ein Drogeriemarkt. Ich freue mich schon auf meinen ersten Einkauf beim DM Lächelnd.

 

Alles Liebe,

eure Krissi

Ein Ausflug nach Maarja Küla

Dienstag, 18.03.2014

Ganz ehrlich: Ich sitze nun bestimmt schon seit 30 Minuten hier in meinem Zimmerle in Tallinn und versuche einen passenden Anfang zu finden um euch an meinen schönen Erlebnissen vom letzten Wochenende in Maarja Küla teilhaben zu lassen. Gar nicht so einfach.

 

Angekommen bin ich im Dunklen. Zusammen mit einigen andren Freiwilligen bin ich an der Dorfeignen Bushaltestelle  ausgestiegen, mitten im Nichts am Waldrand. Und dann ging es rein in den Wald, zum Dorf. Auf direktem Weg ging es einmal durch das Dorf in das Haus, in dem die Freiwilligen wohnen. Ich habe natürlich Freiwillige besucht, genauer gesagt Marcel, der mit uns seinen Abschiedssaunagang gefeiert hat. Ich glaube wir waren am Ende ca. 25 Freiwillige, also ein volles Haus.

Nachdem wir alle eine Kleinigkeit gegessen haben ging es noch tiefer in den Wald hinein zu einem Lagerfeuer an einem Bootssteg. Bei Schneegestöber standen wir am Bootssteg und es war einfach toll zu sehen, wie sich überall ums Feuer herum verschiedene Gespräche ergeben haben. Neben den üblichen Themen wie "Woher kommst du?", "Was ist dein EVS Projekt?" oder das allseits beliebte "Pipi und Kaka"- Thema, ging es auch um so Themen wie "Wie geht es denn bei dir weiter nach dem Freiwilligendienst?" oder "Wie lange bist du noch mal hier in Estland?". Jutta und MarkusWir waren ja alle nicht nur zum Spaß hier, es war ja eine Abschiedsfeier und da kommen natürlich auch solche Themen auf Zwinkernd.

Doch irgendwann zog es uns dann weg vom Lagerfeuer und es ging ab zur Sauna. Denn in dem Dorf ist es Tradition jeden Samstagabend in die Dorfsauna Im Vorraum der Saunazu gehen und danach in den Tümpel neben der Sauna zu springen. Da dieser zugefroren war, ging es ab ins Eisloch.

 

Nach wenigen Stunden Schlaf, dafür mit viel Schnee, starteten wir in den neuen Tag. Mit Tageslicht ging es für Markus (einem anderen Freiwilligen in Maarja Küla), Eva und mich noch mal zum Bootssteg und weiter durch den Wald Unser Führer Markus vor dem Seezu der Neitsikoobas-Grotte und dem Suur Taevaskoda (auf deutsch: große Himmelspforte) Unser Ziel. Abschließend gab es noch einen Rundgang durch das Dorf und dann ging es auch schon wieder zurück nach Tallinn.

 

Oft habe ich euch von DEM DORF, also Maarja Küla, erzählt. Es ist auch echt lohnenswert sich dieses Dorf ein bisschen genauer anzuschauen. Da ihr nun ja leider net alle nach Estland kommen könnt, versuche ich es einfach mal zu beschreiben. Maarja Küla ist nämlich kein gewöhnliches Dorf . Es gibt dort 5 Wohnhäuser (Wohngruppen für Menschen mit Behinderung) Beispiel für eines der Wohnhäuser, ein Gemeinschaftshaus, welches für Feierlichkeiten genutzt wird, ein Haus für die Freiwilligen Das Freiwilligenhaus, die ebenfalls in dem Dorf mitleben, einige Werkstätten Häuser für die Menschen mit Behinderung, ein Singplatzt, ein Spielplatz, das Zuhause der Haustiere Sooooo knuffigund natürlich die Sauna. Das wars :). Zusammen leben und arbeiten dort also so ca. 40 Menschen und das mitten im Wald. Wem dieses Zusammen mit Menschen mit Behinderung leben noch bekannt vorkommt, ja, es hat schon ein bisschen etwas von Arche, nur dass abgesehen von den Freiwilligen keine Mitarbeiter im Dorf leben. Dennoch kommen mir so einige Beschreibungen der Freiwilligen sehr bekannt vor. Es gibt auch eine Mitarbeiterin im Dorf, die selbst für einige Monate in der Arche in Tecklenburg gearbeitet hat. Ich habe sie leider net getroffen, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.

 

Auch wenn ich in letzter Zeit sehr gerne in so kleine Dörfer fahre um die Einsamkeit und die Natur zu genießen, finde ich es dann auch wieder schön nach Hause nach Tallinn zu kommen.

Liebs Grüßle,

eure Krissi

 

Hier noch das Abschiedsfoto mit Eva und Marcel, der mittler Weile schon wieder zu Hause in Deutschland ist:

 

 

 

Und auch 2014 gibt es Sonnenuntergänge

Mittwoch, 12.03.2014

Nun ist der Winter auch für mich vorbei...Zwinkernd Heute bin ich zum ersten mal in diesem Jahr nach der Arbeit zu meinem Lieblingsplatz in Tallinn gefahren: dem Stroomi rand, einem Strandabschnitt im Norden Tallinns. Gerade noch rechtzeitig kam ich zum Sonnenuntergang an.

Mein erster richtiger Sonnenuntergang 2014 am Stroomi rand

Ein bisschen habe ich es im Winter ja schon echt vermisst. Die Sonnenuntergänge am Strand sind einfach wunderschön. Ab jetzt werde ich bestimmt wieder öfters solche Fotos hier veröffentlichen können.

Viele liebe Grüße,

eure Krissi

Überraschung

Montag, 10.03.2014

Ja, die gab es heute am Morgen mal wieder für mich im Peeteli. Nichtsahnend kam ich zum Mitarbeiterfrühstück um 10 Uhr um danach mit einem kleinen Jungen zu spielen, der in der Wohngruppe lebt, zur Zeit krank ist und deswegen nicht in den Kindergarten gehen kann. Ich staunte nicht schlecht, als ich den eingedeckten Frühstückstisch sah: 2 süße Kuchen, einen Fischkuchen 2 Platten Fingerfood und natürlich das normale Programm an Brot Wurst, Käste, Fisch, Eiern, Milchreis,.... So etwas kenne ich nur von den Geburtstagsfeiern. Also erkundigte ich mich, wessen Geburtstag wir hier heute feiern. Im gleichen Augenblick kam schon unser Einrichtungsleiter mit einer Rose und gratulierte mir (nachträglich) zum Weltfrauentag. Die Männer vom Peeteli haben extra für uns Frauen das Frühstück vorbereitet. So saßen wir alle gemütlich beim Frühstück, während die Männer uns versorgt haben.

 

Die andre Überraschung war leider weniger erfreulich. Denn während wir bei dem Frühstück saßen, war einer der Jugendlichen von der Wohngruppe gerade damit beschäftigt sein Zimmer auszuräumen. Seit August wohnte er mit uns im Peeteli. Auch wenn es nicht immer einfach mit ihm war, hatte ich persönlich viele tolle Momente mit ihm, wohlwissend dass nicht immer alles nur gut und fröhlich mit ihm war. Gerade in den letzten Wochen haben sich die Ereignisse mit ihm überschlagen. Er hat ältere Freunde gefunden, die wohl dorgentechnisch ganz gut unterwegs sind und nun andre Kinder/Jugendliche vom Peeteli dort mit hinein gezogen hat. Und das ist nur ein Beispiel. Nun geht es zurück zur Mutter, die ihn gar nicht mehr haben will (da sie mit seinem Verhalten nicht zurechtkommt). Allerdings gibt es keine andere Möglichkeit mehr für ihn, da es in Estland keine passenden Einrichtungen für Jugendliche wie ihn gibt. Er hat schon eine 3jährige Rehabilitierung hinter sich. Eine neue Aufnahmestelle wäre eine Art Internat für kriminelle Jugendliche, von dem jedoch die meisten später im Gefängnis landen. 

Wo er nun diese Nacht verbringt, weiß ich nicht. Ich hoffe mal bei seiner Mutter und nicht bei seinen älteren "Freunden"...

 

Guts Nächtle,

eure Krissi

 

Mid term meeting

Freitag, 07.03.2014

Passtend zu meiner Halbzeitzeit hier in Estland fand auch meine letzte Seminarzeit mit der National Agentur vom EVS in Estland statt.

 

Dieses mal ging es mitten in die estnische Wildniss in ein rustikales Gästehaus. Das Leppoja GästehausSeminarraumHier haben wir Freiwillige geschlafenBlick von meinem BettplatzUnd weils so schön war hier noch mal mit Schnee

Das nächste Haus war nach Aussagen von unsren beiden Trainer ca. 10 km weiter weg. Wir waren also wirklich mitten im Nichts. Geheizt wurde selbst mit Holz und das Toilettenpapier wurde nicht in die Kloschüssel geworfen, sondern in den Papierkorb daneben. Genau der richtige Ort um völlig abgeschottet (okey, gut, wir hatten natürlich eine W-Lan Verbindung, es ist ja weiterhin Estland Zwinkernd) von der Ausenweld sich Gedanken über die vergangene Zeit zu machen und Ausblick zu halten über das, was in der kommenden Zeit noch kommen soll. Das ganze war auch weniger ein Training und vielmehr ein Meeting, also war auch genug Zeit zum Austauschen mit den andren Freiwilligen - ich habe Tatsächlich nochmal 5 Freiwillige kennen gelernt, die ich vorher noch nicht kannte -, in die Sauna gehen und danach ins Eisloch springen, Film schauen  DIESE Knetmännchen bleiben uns wohl ewig in Erinnerung, filzen (typische Handarbeit hier in Estland) , Schneemann bauen , Feuer machen Juhuu es brennt und und und.

Wirklich eine gelungene Zeit mit vielen leckeren Kuchen Eva mit Kuchen.

 

Für meine weitere Zeit habe ich mir nun einiges vorgenommen u.a. möchte ich einer andren Freiwilligen Ideen geben, was sie als Kreativangebote in ihrer Einsatzstelle noch anbieten kann, mit 2 andren Freiwilligen eine Spielesammlung erstellen (wer gute Spielideen für Gruppenspiele hat, darf sich gerne melden Lächelnd) und auf meiner eignen Einsatzstelle ein paar Sachen ansprechen. Ich hoffe, dass sich das alles auch umsetzen lässt. Für mich selbst habe ich mir vorgenommen 25 Orte hier in und um Estland zu besuchen und auch nach meinem Dienst irgendwie mit Peeteli verbunden bleiben (ich fühle mich einfach so wohl im Peeteli und habe wirklich das Gefühl am richtigen Platz zu sein) und schauen, wie ich, wenn ich zurück in Deutschland bin, internationale Freiwillige begleiten und unterstützen kann. Es geht also weiter Lächelnd.

 

Viele liebe Grüße,

Krissi

 

Ja, wir haben auch inhaltlich gearbeitetUnd wir hatten auch Zeit zum Pause machenDanke Eva L., dass ich dieses von dir gemachte Foto veröffentlichen darf hier bei mit auf dem BlogDanke Eva L., dass ich dieses von dir gemachte Foto veröffentlichen darf hier bei mit auf dem BlogUnser Schneemann ohne NamenEva und SchneemannFreiwillige mit SchneemannUnd einen Tag später... ... war er tot ;(

Vastlapäev

Dienstag, 04.03.2014

Juhuuu, heute ist Vastlapäev Lachend.

 

Aber was ist der Vastlapäev? "Päev" ist das estnische Wort für "Tag". Doch von dem estnischen Wort "vastla" habe ich noch nie etwas gehört. Mein guter Freund google - Translater übersetzt "vastla" mit "Faschings" (gebe ich jedoch "Faschings" bei dem besagten Übersetzer ein und lasse es mir ins Estnische übersetzen kommt "karneval" heraus...). Vastlapäev also der Faschingstag?!? Vom Datum her wäre es sehr logisch und stimmig, aber hier gibt es weit und breit keine verkleideten Menschen und auch keine Umzüge. Auch die Suche im Internet war nicht sehr erfolgreich. Es gibt zwar eine estnische Erklärung zu dem Tag, aber na ja, mein estnisch ist noch nicht ganz so gut, dass ich dies verstehen könnte. Also hier mal die Fakten, die ich zu diesem Tag erfahren und verstanden habe:

 

* Es ist kein fester Tag, sondern er ist von Jahr zu Jahr an einem andrem Datum -> immer der Faschingsdienstag

 

* Die Esten gehen an diesem Tag immer Schlitten fahren (abgesehen vom Vastlapäev 2014, denn in diesem Jahr gibt es zum ersten Mal seit langem einfach mal gar KEINEN Schnee). Je weiter man den Berg hinunter fährt, umso erfolgreicher wird die nächste Ernte (dieser Brauchtum kommt aus dem 19. Jahrhundert).

 

* Natürlich gibt es auch ein traditionelles Essen: Hernesupp und Vastlakukkel.

Auch im Peeteli gab es das typische estnische Vastlapäev-Essen

 

Selbstverständlich habe ich auch verschiedene estnische Arbeitskollegen/Bekannte und auch einige Freiwillige zu diesem Tag befragt, doch die ganzen verschiedenen Geschichten und Traditionen haben mich etwas verwirrt... Auch wenn ich noch net ganz dahinter gekommen bin, was das Besondre an diesem Tag ist (und woher er geschichtlich kommt) und ich leider wegen dem nicht vorhandenen Schnee nicht Schlitten fahren konnte, hat mich vor allen Dingen das Vastlakukkel sehr von diesem Tag überzeugt Zwinkernd.

Viele liebe Grüße,

eure Krissi

 

PS: Sollte noch jemand etwas zum Vastlapäev wissen, fühlt euch eingeladen euer Wissen in einem Kommentar hier für alle zur Verfügung zu stellen. DANKE im Voraus!