Berichte von 01/2014

Warum nicht mal einen kurzen Spaziergang AUF dem Meer machen?!?

Donnerstag, 30.01.2014

Oh ja, die letzten Wochen waren kalt genug, sodass es nun passiert ist: Das Meer ist zugefroren! Für mich ein Anlass einmal einen kurzen Spaziergang auf dem zugefrorenen Meer zu machen. Ich habe es noch nie miterlebt, dass ein Meer zufriert. Natürlich habe ich dieses besondre Erlebnis auch mit einigen Fotos festgehalten.

Könnt ihr euch noch an dieses Foto erinnern ? Das war vor ca. 5 Monaten, als ich gerade frisch in Tallinn angekommen bin. Wir hatten damals noch Temperaturen so um die 25 C und ich konnte durch das Meer laufen um dieses Foto zu machen. Heute habe ich dieses Bild noch mal nachgestellt: Im Januar 2014

Nun liegt da nicht nur Schnee, es ist auch ca. 45 C kälter und ich stehe AUF dem Meer Lächelnd.

Blick auf den Stromii RandAuf dem Weg wieder zurück zur Bushaltestelle

Kalte Grüße aus Tallinn,

eure Krissi

Am anderen Ende von Estland

Montag, 27.01.2014

Am Wochenende habe ich es auch mal geschafft ein bisschen weiter in den Süden Estlands zu fahren. Das ganze hört sich nun nach einer großen Sache an, war es aber eigentlich gar nicht. Mein Ziel war Võru. Von Tallinn aus braucht man mit dem Bus ca. 4 Stunden dorthin. Also echt mal eine kleine Reise.

 

Võru hat ca. 15000 Einwohner und ist ein nettes überschaubares Städchen. Es liegt direkt an einem See. Da es auch Südestland gerade echt kalt ist, ist der See natürlich komplett zugefrohren und mit einer Schneedecke bedeckt. Pünklich zum Sonnenuntergang kamen wir auch beim See an. Natürlich mussten da auch einige Fotos gemacht werden.

Weg zum SeeBlick auf den SeeShushan, Anna-Maria und Diana auf dem EisDiana

Ich war natürlich nicht alleine unterwegs. Unter andren war Diana mit dabei, eine EFD Freiwillige aus Portugal. Sie ging das erste Mal in ihrem Leben auf einem zugefrohrenen See spazieren. Das war natürlich sehr aufregend für sie Lächelnd.

 

Viele Esten verbinden mit Võru eines: Friedrich Reinhold Kreuzwald. Zu Lebzeiten arbeitet er als Arzt und Schriftsteller. Unter andren schrieb er estnische Sagen und alte Volkslieder auf. Sein bekanntestes Werk ist die Sage um "Kalevipoeg", dem estnischen Nationalepos. Wer sich noch an einen Blogeintrag von Nõmme erinnert; da habe ich ihn schon erwähnt. Habe es auch nicht vergessen euch mal die Geschichte zusammen zu fassen, kommt alles noch. Da Kreuzwald lange Zeit in Võru tätig war, wird sein altes Wohnhaus heute als Museum genutzt. Es ist wirklich schön hergerichtet. In den ersten paar Räumen wird das Leben und die Zeit von Kreuzwald in Büchern vorgestellt. Die Bücher sind auf estnisch und russisch, aber es gab auch englische und sogar deutsche Übersetzungen auf Handzetteln. Durch seine Wohnräume wurden wir dann von einer netten Dame geführt und da nur wir vier Freiwillige mit ihr unterwegs waren, hatten wir auch viele Gelegenheiten Fragen zu stellen.

Stammbaum von F.R. KreuzwaldKreuzwald ging auf eine deutsche Schule, also hatte auch er die Probleme mit dem estnisch lernenEin WandbuchDer Baum stand wohl schon zu Zeiten Kreuzwaldes im Hof

Natürlich hatten wir in Võru auch genug Zeit um mal in ein Cafe zu gehen.

Diana und ich

Viele liebe Grüße,

Krissi

Nachtrag

Donnerstag, 23.01.2014

Hier sollten eigentlich wie versprochen noch einige Fotos von meinem Tagesausflug nach Helsinki kommen. Ich weiß nicht warum, aber schon seit ca. 3 Tagen kann ich irgendwie die Fotos nicht hochladen. Keine Ahung was da genau los ist...

Auch wenn es bei mir arbeitstechnisch gerade recht ruhig ist, ist sonst ganz schön viel los. In Tallinn wird es einem nie langweilig. Gestern war ich zum ersten Mal auf einem Volkstanzabend. Klingt langweilig, ist es aber wirklich überhaupt nicht.

Und heute war ich bei einem Treffen für ein Street Art Projekt hier in Tallinn. Ich kann mir echt gut vorstellen mich in den kommenden Wochen noch mehr damit zu beschäftigen. Wenn alles klappt wollen wir uns nächste Woche nocheinmal treffen um ein bisschen Probe zu sprayen. Keine Angst, ich fange keine illegalen Sachen an... Es geht unter andrem darum, auch Ausschau über die bisherige Street Art in Tallinn zu halten. Auf einer Homepage wollen wir die bisherigen Kunstwerke darstellen und Raum zum Interpretieren geben. Wenn alles klappt wird eine kleine Dokumentation darüber gedreht und ein Projektgeld bei der EU beantragt, sodass wir dann im April auf völlig legalem Wege loslegen können und uns selbst auf Wänden ausdrücken können. Ich finde es auch sehr spannend selbst mehr in Tallinn auf die Street Art zu achten. Besonderst möchte ich mich in Kopli, dem Stadtteil von Tallinn, in dem viele der Kinder wohnen, die ich betreue und der als sozialer Brennpunkt gilt, etwas genauer umschauen und fleißig Fotos für unser Homepage machen. Ich glaube gerade dort werde ich bestimmt auf viel intressantes Treffen. Wenn ich ab und an in die Gebäude komme, in denen die Familien leben, die vom Peeteli betreut werden, fallen die vielen "Wandbeschmierungen" auf, die sehr ausdrucksstark sind. Ich werde euch natürlich auf dem laufenden halten.

 

Viele liebe Grüße,

Krissi

Lumi!

Sonntag, 19.01.2014

Lumi ist, wie könnte es auch anderst sein, der estnische Name für Schnee Lächelnd.

Und davon haben wir nun endlich auch mal etwas abbekommen. So langsam kommt der echte estnische Winter. Die Temperaturen spielen sich so zwischen -10 und -15C ein. Am Donnerstag sollen es sogar -20C werden. Ich bin schon sehr gespannt, wie kalt sich diese Kälte anfühlen wird. Kleider- und schuhtechnisch bin ich, glaube ich zumindest, ganz gut ausgestatet. Wirklich kalt war es mir bisher selten.

 

Am Wochenende waren Nobert, Helena, Susi und Steffi (ICE Freiwillige in Russland) zu besuch bei mir in Tallinn. Die perfekte Gelegenheit um ein paar schöne Fotos vom verschneiten Tallinn zu machen und ihnen bei der Gelegenheit die schönsten Seiten der Stadt zu zeigen:

Pirita (ein Stadtteil von Tallinn, direkt am Meer)Und auch vor unsrer Haustüre, dem Rathausplatz, gibt es SchneeAusflug zum Brigittenkloster (Ruine)Waldweg mit SchneeEin Teil der verschneiten Altstadt von obenImmer wieder diese gefährlichen Eichhörnchen im Winter...

Natürlich haben wir uns auch mit den estnischen Freiwilligen getroffen. Immer nur in eine Bar gehen und was trinken wird ja auf die Dauer auch langweilig, deswegen waren wir an einem Abend unter freiem Himmel Schlittschuhlaufen. Das war echt schön. Natürlich hat es dabei auch ein bisschen geschneit.

Steffi, Helena, ich, Susi und Caro beim SchlittschuhlaufenGruppenfoto

Kalte Grüße aus Tallinn,

Krissi

Die Einladung

Donnerstag, 16.01.2014

Plötzlich und ganz unverhofft kan sie, DIE Einladung, die alles veränderte...

Nun hat es mich also auch erwischt. Ich wurde heute zu meinem "Mid-term" eingeladen. Das "Mid-term" ist ein Seminar, dass ich in der Mitte meines EFDs hier in Estland habe. Zusammen mit einigen andren Freiwilligen bin ich eingeladen über die vergangene Zeit nachzudenken und mir noch mal Zeit zu nehmen darüber nachzudenken, was ich in meiner verbleibenden Zeit noch alles verwirklich will. Und natürlich darf ich noch mal ein tolles Fleckchen Estland kennen lernen und die Gemeinschaft mit den andren Freiwilligen erleben. Ende Februar ist es dann so weit für mich. Eigentich ja lauter Gründe sich darüber zu freuen. Viele Namen der anderen Teilnehmer des Seminares sind mir auch schon bekannt, sodass ich mich beim ersten Lesen der Einladung wirklich sehr auf die 4 Tage gefreut habe.

Aber dann kamen mir ganz andre Gedanken: Wenn ich schon zum "Mid-term" eingeladen werde, heißt das ja, dass die Hälte meiner Zeit in Estland schon rum ist?!? Ahhh, ich bekomme echt Gänsehaut bei dem Gedanken daran. Auch unter uns Freiwilligen häufen sich die Gespräche rund um das Thema wie es denn nach dem EFD weitergehen wird...

 

Wie gut, dass es bis zu meinem "Mid-term" und damit auch wirklich die Mitte meines Freiwilligendienstes  noch 1 1/2 Monate Zeit vergehen müssen!

 

Wenn ich so an die vergangene Zeit hier in Estland denke, fällt mir immer wieder das Wort "DANK(BARKEIT)" ein.

Ich bin wirklich sehr DANKBAR, dass ...

... ich mein EFD Jahr in einem so sinnvollen Projekt mit einer wirklich sehr wertvollen Arbeit leisten kann.

... viele neue Beziehungen entstanden und gewachsen sind.

... ich schnell Anschluss und auch neue Freunde in den internationalen Freiwilligen gefunden habe.

... ich jeden Tag aufs Neue entdecken kann, wie wunderschön Estland doch ist.

... ich schon viele Möglichkeiten zum Reisen hatte.

... es mir gesundheitlich so gut geht.

... ich auch genug Zeit für mich habe um in ein Cafe zu gehen oder ein Buch zu lesen.

... im Hostel leben gar nicht so schlimm ist.

... immer wieder Karten, Briefe, Mails und Päckchen aus der Heimat kommen.

 

Habt eine gute Zeit,

alles Liebe,

eure Krissi

Neujahresball

Samstag, 11.01.2014

"Добро пожаловать в наш зимний бал", so, oder so ähnlich Lächelnd, wurden heute die älteren Mädels vom Peeteli zu unsrem Neujahresball empfangen. Wir erlebten einen glanzvollen Nachmittag mit vielen wunderschönen Kleidern. Und nun ist es mir eine Ehre euch ein bisschen von diesem Nachmittag zu erzählen. Schon am Vormittag waren viele fleißige Hände am Werk um das Day Care Center in einen Ballsaal verwandelt.

Natürlich waren alle Mädels super aufgeregt und haben 100 Fotos miteinander gemacht, währenddessen wir uns mit dem Beamer Videos von Bällen angeschaut haben und dabei der klassischen Musik zugehörte haben. Und dann wurde auch unser Ball förmlich eröffnet. Mit dabei war auch unser Prinz, um dessen Hand die Mädels kämpfen mussten. Natürlich in verschiedenen Spielen. Somit mussten sie es z.B. pantomimisch darstellen um wie viel Uhr sie den Prinzen daten wollen und was sie mit ihm machen wollen. Natürlich wurde auch getanzt und noch mehr Fotos gemacht Zwinkernd

veel Eva Meine Mentorin und ich

Nachdem der Prinz seine Wahl getroffen hat, gab es noch Tee und Schokofrüchte. Das Highlight des Tages wartete dann im Hof auf uns: ein Feuerwerk!

 

Ein farbenprächtiger Abschluss eines aufregenden Tages, in dem ich mein "väga ilus" (estnisch für "sehr hübsch") voll perfektioniert habe.

Alles Liebe,

eure Krissi

Piparkook - die estnische Antwort auf Weihnachtsplätzchen

Montag, 06.01.2014

Nachdem wir vom Peeteli im Rahmen des Ferienprogramms einen Ausflug in eine Bäckerei gemacht haben um Piparkook zu verziehren, kam mir die Idee auch euch ein bisschen ein dieser estnischen Leckerei teilhaben zu lassen.

  Mit der ganzen Gruppe in der Bäckerei - natürlich auch in Arbeitskleidung Beim Verziehren

In der Weihnachtszeit ist es in Estland ganz normal Piparkook zu verziehren. Neben dem Teig braucht man dafür eigenlich nur Zuckerlebensmittelfarbe (die gibt es im Supermarkt in Spritztüten zu kaufen). Für den Teig gibt es mehrer Möglichkeiten:

1.) Im Supermarkt fertige Plätzchen kaufen

2.) Im Supermarkt den fertigen Teig kaufen und zu Hause Fromen ausstechen und diese backen

3.) Den Teig selbst herstellen

Wer von euch gerne mal den Teig selbst herstellen möchte, hier das Rezept:

125g weiche Butter

1 dl zubereiteter Sirup

100g Zucker

1 1/2 TL Gewürznelkenpulver

1 1/2 TL Zimt

1 TL Ingwerpulver

1/2 TL Pfeffer

1/2 TL Muskatnuss

1 Prise Salz

1 Ei

550g Mehl

Aus 125g Rohrzucker und 0,5dl Wasser einen Sirup kochen und diesen leicht auskühlen lassen.

Butter rühren bis sich Spitzchen bilden. Zucker, Sirup, Gewürze und Ei zugeben und rühren, bis die Masse hell ist. Mehl sieben und zum Teig hinzufügen, alles gut verrühren. In Folie gewickelt ca. 2 Stunden kalt stellen.

Teig auf wenig Mehl auf ca. 5 mm ausrollen und verschiedene Fromen ausstechen oder ausschneiden. Auf ein Backblech legen und erneut ca. 15 Minuten kalt stellen und anschließend bei 180 C 10 bis 15 Min. backen.

 

Und dann kann man der Kreativität freien lauf lassen und die Plätzchen bunt verziehren.

Mein verziehrtes Herz beim Bäckereibesuch

Viel Spaß dabei Lächelnd,

eure Krissi

 

Aastavahetus

Mittwoch, 01.01.2014

Oder auf deutsch: Silvester Lächelnd.

 

Auch wenn viele Kinder vom Peeteli gerade auf einem Skicamp oder in Gastfamilien in Norwegen sind oder natürlich auch bei ihren Eltern, gibt es auch noch einige, die einfach im Peeteli sind. Da auch in Estland gerade Schulferien sind, gibt es auch wieder ein abwechslungsreiches Ferienprogramm für die Kinder und für mich einen guten Grund zu Arbeiten. Zusammen mit einer Mitarbeiterin und 11 Kindern machten wir uns am Nachmittag auf dem Weg zum Bowlen. Da wir schon in den letzten Ferien dort waren, kannte ich mich sogar schon etwas aus und hatte das Gefühl auch wirklich eine Hilfestellung zu sein. Wieder zurück im Peeteli wartete auch gleich ein liebevoll zubereitetes Buffett auf uns.

 

So gegen 16.00 Uhr habe ich mich dann von der Peeteligruppe verabschiedet und bin in die Randla WG zum Silvesterfeiern gegangen. Gemütlich sind wir mit gemeinsamen Kochen in den Abend gestartet. 2 1/2 Griechen, 1 1/2 Deutsche, ein Tscheche, eine Spanierin und eine Portugiesin haben es dann auch geschafft ein leckeres 3 Gänge Menü zuzubereiten und pünklich mit dem Essen fertig zu sein, bevor die andren 15 Gäste gekommen sind.

Beim Essen haben wir uns über einige Traditionen zu Neujahr unterhalten. Oh je, ich glaube so ein Silvesterabend in Spanien kann echt ganz schon aufwendig sein. Was die alles machen müssten... Nach guter deutscher Tradition fanden wir sogar noch Zeit um uns alle zusammen "Dinner for one" anzusehen. Bis auf Teresa und ich kannten die andren den Film gar nicht.

 Langsam aber sicher füllte sich die Freiwilligen WG immer mehr Lächelnd.

So gegen 23 Uhr machten wir uns auch auf dem Weg zur Bushaltestelle um in die Innenstadt zu fahren. Am Vabaduse Väljak gab es ein großes Feuerwerk und Konzert. Wir schafften es sogar kurz vor 24.00 Uhr dort zu sein. Blöder Weise haben wir auf dem Weg von der Bushaltestelle bis zum Platz 3 Freunde verloren, darunter auch Florian, ein andren Freiwilliger, der irgendwie immer verloren geht Stirnrunzelnd. Eigentlich war der Weg ja nicht weit, wir mussten nur eine Straße überqueren, aber es waren einfach sooooo viele Menschen unterwegs. Na ja. Um 0.00 Uhr waren Diana und ich also damit beschäftigt die Verlorengegangen wieder zu finden. Die Freude war auch sehr groß, als wir uns  am Ende alle Wiedergefunden hatten. Es hat bestimmt 5 Minuten gedauert bis wir uns alle ein "head uut aastat" gewunschen haben und uns alle einmal umarmt und anschließend noch in der Gruppe umarmt hatten. Wichtig war natürlich auch noch ein Gruppenfoto:

 

Wie gut, dass danach immer noch genug Zeit war um sich das Feuerwerk anzuschauen. Die Band spielte noch bis ca. 1.00 Uhr und bevor wir uns alle wieder verloren haben, hat sich die Gruppe in wie ich glaube 3 kleine Gruppen aufgeteilt um in kleineren Runden das neue Jahr zu feiern.

 

Head uut aastat söbrad,

Krissi