Berichte von 11/2013

Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum

Freitag, 29.11.2013

Doch, so langsam bin ich echt in Weihnachtsliederstimmung Lächelnd.

 

Heute ging es für mich auch wirklich zu den Tannenbäumen in den Wald. Estland besteht ja zu 50% aus Wald, aber dennoch ging es mit dem Auto in das ca. 25km entfernte Saue. Wir haben in Tallinn auch Wald, aber der Besitzer des Waldes in Saue ist ein Freund von Peeteli. Also nichts wie dorthin und Weihnachtsbäume aussuchen.

Es währe nicht Peeteli, wenn dieser Ausflug nicht wieder einige Überraschungen mit sich bringt, von denen ich euch gerne nun erzähle. Grundsätzlich ist es zu erwähnen, dass es bei uns gerade nicht ganz so kalt ist. Wir haben Plusgrade und somit auch Regen und keinen Schnee. Also mussten wir wegen zu viel Schlamm ein bisschen früher wie geplant den Wagen stehen lassen und den restlichen Weg in den Wald zu Fuß gehen. Eigentlich kein Problem, währe da nicht ein kleines Bächlein gewesen, das wir irgendwo überqueren müssten. Glücklicher Weise war der Ehemann einer Mitarbeiterin mit dabei, der kurzerhand in seinem Bundeswehroutfit einfach durch den Fluss stampfte und mit großen Ästen eine Brücke für uns Frauen "baute". Gentelmann halt. Als wir auf der richtigen Waldseite angekommen waren suchten wir uns einige Tannenbäume und fällten diese. Völlig normal hier in Estland Zwinkernd. Am Ende waren wir alle glücklich (wir haben auch einen kleinen Tannenbaum für unser Appartment im Hostel gefunden) und mussten die Tannenbäume nur noch ins Auto verladen. Da wir unter andrem auch den großen Tannenbaum für die Kirche geschlagen hatten, wurde dies echt zur Herausforderung. Ich denke, die Fotos sprechen mehr als 1000 Worte:

Wer denkt, es sei nun geschafft, als der Baum im Auto war, hat sich getäuscht. Wie schon erwähnt, er war sehr matschig und das Auto voll beladen mit Tannenbäumen... Wir mussten es am Ende tatsächlich rausschieben. Wie gut, dass ich vorher schon schlammig war.

 

Am Ende sind wir aber alle wieder heil im Peeteli angekommen und der große Baum steht nun auch prachtvoll in der Kirche.

Ich durfte am Abend dann noch mit unsrem kleinen Tannenbaum mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurück ins Hostel fahren. Auch hier ist der Tannenbaum mittler Weile aufgestellt.

Weihnachten kann kommen Lächelnd.

 

Und ich wünsche euch allen eine besinnliche Adventszeit,

eure Krissi

Ein neues überraschendes Abenteuer in Tallinn

Mittwoch, 27.11.2013

Mir ist es selbst schon aufgefallen, dass ich in der letzten Zeit hier immer nur von Ausflügen und sonstigen Erlebnissen in der Freizeit berichte. Keine Angst, ich arbeite hier auch noch. Deswegen gibt es jetzt mal einen Blogeintrag über einen Arbeitsauftrag. Der Arbeitsauftrag war recht simpel: Mit dem blauen Bussle vom Peeteli zum Flughafen fahren, zwei Gäste aus Norwegen, die in einem Flugzeug aus Schweden kommend sitzen, abholen -> zum Viru Hotel in die Innenstadt fahren -> und anschließend alleine wieder zurück ins Peeteli fahren. Simpler Auftrag. Mit dem blauen Bussle bin ich schon ein paar Mal gefahren, allerdings immer nur auf so Kurzstrecken zum Lagerhaus oder zur Lebensmittelverteilung. Der Tallinner Flughafen befindet sich auf der andren Stadtseite, wie das Peeteli Sozialzentrum in dem ich arbeite. Eigentlich haben wir für solche Aktionen einen Fahrer, aber der ist zur Zeit leider krank. "Aber gut", dachte ich mir, "das geht schon!". Matti, unser Einrichtungsleiter, hatte mir auch zugesagt, dass ich sein Navi benutzen kann. Spontan hatten Eva und ich die Idee, wir könnten ja auch zusammen fahren. Wir sahen uns schon fröhlich mit Musik im Auto sitzend durch Tallinn fahrend. Mir wurde noch gesagt, ich solle als Fahrzeit so ca. 45 Minuten einplanen. Tja, doch da gab es schon das erste "Problemchen": Abwechselnd holen wir einen 4 jährigen Jungen, der bei uns im Night Shelter wohnt, vom Kindergarten ab und die Ankunft des Flugzeugs war genau in der Kindergartenabholzeit. Da es aber für ihn auch ein Abenteuer sein kann, mal einen Ausflug zum Flughafen zu machen, entschlossen wir uns, den Kleinen einfach mitzunehmen. Also starteten wir ca. eine Stunde vor Landung des Flugzeuges unsre Tour mit dem Weg zu Kindergarten. Wir waren mit Navi und einem Zettel, auf dem alle wichtigen Adressen (Flughafen, Hotel und Sozialzentrum) standen, gut ausgestattet. Ach ja, kurz vor der Abfahrt meinte Matti noch zu mir: "You drive and I pray!". Schon auf dem Weg zum Kindergarten merkten wir, dass das Navi es irgendwie nicht so ganz begreift, wo wir sind (es dachte wir fahren gerade in Schweden...). Während Eva in die Kindergartengruppe ging, wendet ich das Auto und versuchte mich am Navi. Da ALLES in dem Navi auf estnisch war, hatte ich auch net so den Plan, was ich da gerade so eintippe. Deswegen war ich auch nicht erfolgreich. Als Eva dann mit Kind wiederkam meinte sie, die Kindergärtnerin meinte wohl, unser kleiner Mitfahrer sei etwas krank. Also ging es nun ohne Navi, dafür mit krankem Kind einmal quer durch Tallinn zum Flughafen. Wie gut, dass wir irgendwann auf die Idee gekommen sind, einfach mal das Handy mit googelmaps einzuschalten. Erfreulicher Weise erkannte mein Handy sofort, dass wir in Estland sind Zwinkernd. Und na ja, der Flughafen war auch sehr gut ausgeschildert Lächelnd. Zwischendurch hatten wir noch ein bisschen Zeitdruck, aber am Ende waren wir sogar eine Minute vor der Landung des Flugzeugs an der richtigen Stelle im Flughafen. Der Tallinner Flughafen ist wie ein kleines Wohnzimmer. Es gibt ein Gate andem alle Flugzeuge ankommen und eines an dem alle abfliegen. Also standen wir zu dritt mit einem Schild mit dem Namen unsrer Gäste am Flughafen.

Unsre Gäste haben uns auch schnell gefunden und wir konnten los zum Auto. Die Gäste, 2 Mitglieder des Linos Clubs in Norwegen, hatten schon erzählt, dass sie einen sehr langen Tag hatten und auch dass sie normaler Weise immer von Tiit, unsrem Fahrer, abgeholt werden. Sie haben aber auch mit uns beiden Freiwilligen und dem Kind vorliebe genommen. Ach ja, unser Kind. Der hatte noch beim Verlassen des Flughafens einen kleinen Heulanfall, da er, so vermuten wir, dachte, er fliege nun mit uns in den Urlaub... Aber gut. Am Ende saßen wir wieder alle im Auto und es ging los zum nächsten Ziel, dem Hotel in der Innenstadt. Unsrem Kleinen wurde das Autofahren etwas zu langweilig; er wollte spielen und rief abwechselns "Eva" und "Krissi" und spielte mit einer kleinen Taschenlampe herum. Die Norweger wollten auch noch etwas Smalltalk haben (wie gut, dass ich mittler Weile auswendig etwas auf englisch über den EVS und warum ich das mache erzählen kann) und nebenbei habe ich versucht einmal in der Rushhour durch die Tallinner Innenstadt zu fahren. Und hej, abgesehen von einmal falsch abbiegen, hat dies auch alles wunderbar geklappt. Die Norweger haben sich sogar beim Verabschieden gemeint, dass sie sich sicher gefühlt haben und sie sich schon freuen, wenn wir uns morgen wieder sehen. Ziemlich erleichtert sind Eva und ich wieder ins Auto eingestiegen: die letzte Etappe zurück zum Peeteli Sozialzentrum sollte nun ein Kinderspiel werden, da wir die Strecke ja täglich mit dem Bus fahren und auch unser jüngster Fahrgast war dank Evas Bespaßungsaktion ganz gut gelaunt. Wir waren sehr stolz auf uns und darüber wie gut wir die Situation doch gemeistert haben und uns nichts von unsrer Unsicherheit haben anmerken lassen. Wir waren auch schon fast am Ziel, dann kam es: Ein Verkehsschild, dass mich darauf aufmerksam machte, dass ich in die kommende Straße, in die ich abbiegen wollte, nur Busse einfahren dürfen. So ein ****. Nach ein bisschen rumkurven (OHNE Navi und googelmaps) haben wir dann schließlich unser letzes Ziel erfolgreich erreicht! Kind, Freiwillige und Auto wohl auf! Und ich fühle mich auch wirklich gewappnet mit einem kränkelden Kind, bei Dunkelheit einmal quer durch Tallinn zu fahren - wenn Eva mit dabei ist Lächelnd. Es war auf jeden Fall die richtige Entscheiung gewesen zusammen zu fahren, denn alleine währe ich bestimmt schnell verzweifelt. @Eva wenn du das liest: DANKE fürs Mitfahren! -> wir sind einfach DAS TEAM, ALTER!!! -> Freundschaftsbääm drauf!

 

Zur Belohnung sind Eva und ich danach, seit langem mal wieder, zusammen Abendessen ins Vapiano (liebe Danica, ich denke nach wie vor bei jedem Vapiano-Besuch an DICH!!!) gegangen.

Liebs Grüßle aus Tallinn,

Krissi

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Anmerkung: Zum Schutz der Kinder und Jugendlichen, die im Peeteli betreut werden, darf ich keine Namen und direkten Fotos der Kinder/Jugendlichen im Internet veröffentlich werden. Deswegen findet ihr in diesem Blogeintrag so nette Umschreibungen wie "der Kleine" und über einem Kopf so ein nettes Sternchen.

Kling Glöckchen klingelingeling

Montag, 25.11.2013

Na, wer von euch denkt an ein Weihnachtslied?

 

Gerade ist es noch ein bisschen zu früh um über Weihnachten, Weihnachtsbräuche oder Weihnachtslieder hier zu schreiben. Völlig überraschender Weise hatte ich heute im Peeteli allerdings eine Begegnung mit einer Glocke, einer sehr großen Glocke, der Kirchenglocke.

 

In den 60igern wurde der Peeteli Kirche ihre Kirchenglocke gestohlen. Ja, gestohlen. Kaum zu glauben, aber es gibt tatsächlich Menschen, die eine ca. 400kg schwere Kirchenglocke von einem hohen Kirchturm umbemerkt stehlen. In den 60igern herrschte in Estland die Sowjetunion und unsre Peeteli Kirche wurde natürlich nicht als Kirche genutzt, sondern als Filmstudio. Und da ein Filmstudio keine Kirchenglocke braucht, wurde diese einfach vom Staat einfach entwendet, eingeschmolzen und das Material verkauft. Dies passierte in eigentlich allen Kirchen in Tallinn. Bis heute gibt es in Tallinn nur eine einzige Kirche, die wieder eine freischwingene Kirchenglocke hat: Die katholische Gemeinde. Die Anschaffung und das Anbringen einer neuen freischwigenden Kirchenglocke ist recht kostspielig. Es kommt hier also nicht so oft vor, aber HEUTE war es mal wieder so weit. Und zu meiner großen Freunde auch noch in meiner Kirche. Somit konnte ich völlig überraschend (ich gehe davon aus, dass das ganze schon lange geplant war, aber irgendwie habe ich davon nichts mitbekommen...) miterleben wie die große Glocke in den Kirchturm beförert und "eingebaut" wurde.

 

 

Wer von euch hat die Fotos genau angesehen und etwas auf der Kirchenglocke entdeckt? Da steht etwas auf deutscher Sprache drauf Lächelnd, das liegt daran, dass die Glocke aus Deutschland kommt. Zufälliger Weise konnte der Mann, der die Kirchenglocke eingebaut hat, auch etwas Deutsch. Er ist eigentlich Orgelbauer, aber da es wohl in ganz Estland niemanden gibt, der sich mit Kirchenglocken auskennt, hat er es sich selbst angeeignet Kirchenglocken wieder in Kirchtürme einzubauen. Spannende Sache.

Bei der Gelegenheit sind Eva und ich gleich mal hoch auf den Kirchturm um bei etwas Sonnenschein die Aussicht zu genießen:

 

Genau wie ich schon all zu oft, wurden auch die Glockeneinbauer von der rasch einkehrenden Dunkelheit überrascht. Somit gab es heute kein Glockengeläute mehr, aber es muss ja auch was geben, worauf ich mich morgen freue kann, wenn die erste  freischwingende Kirchenglocke in einer evangelischen Kirchengemeide in Tallinn wieder erklingt!

 

Liebs Grüßle,

eure Krissi

Pärnu

Sonntag, 24.11.2013

Wie am Mittwoch schon berichtet ging es für an diesem Wochenende nach Pärnu zur Geburtstagsfeier von Philipp. Da ich freitags direkt nach der Arbeit gefahren bin, kam ich im Dunkeln in Pärnu an. Abends haben wir dann auch sehr ausgiebig den Geburtstag gefeiert. Dies hatte die Folge, das wir samstags erst später aus dem Haus kamen Zwinkernd. Und eigentlich leben wir alle auch schon lange genug im Estland um zu wissen, dass es eigentlich wenig Sinn macht, nach 15 Uhr noch mal das Haus zu verlassen um sich im Freien etwas anzusehen, da es einfach um 16 Uhr schon dunkel ist, aber, auch in der Dämmerung kann man vieles Erleben. Leider gibt es dieses mal nur wenige Fotos davon. Die Dunkelheit kam dann doch so überraschend...

Wir starteten unser Tour durch Pärnu am nahegelegenen Spielplatz.

 

Wie ihr alle sehen könnt: In Estland trägt JEDER Reflektoren (und auf den Fotos reflektieren die auch immer so super praktisch).

 

Pärnu wird in Estland als DIE SOMMERSTADT betitelt. Also haben wir uns auch auf den Weg zum Strand gemacht. Da war es dann aber leider schon so dunkel, dass ich nicht viel sehen konnte, dafür aber das Meer rauschen hören konnte.

Spätesdens da wurde mir klar, dass ich einfach in naher Zukunft noch einmal nach Pärnu fahren muss um mir das alles bei Tageslicht anzusehen... Wie gut, dass ich noch eine Weile hier bin.

 

Auf eine ganz andre Weise überraschend war dann mein Heimweg. Ich bin alleine von Pärnu mit dem Bus zurück nach Tallinn gefahren. Und das war wieder so ein Hightechbus, wie damals als ich von Deutschland nach Estland gefahren bin. Neben freien WLan (das gibt es hier ja eh so gut wie überall), hatte jeder Platz auch wieder einen kleinen Bildschirm, auf dem man verschiedene Sachen machen konnte:

Ich habe mich für das Anschauen eines Filmes entschieden:

DAMALS auf der Reise nach Tallinn habe ich dasselbe gemacht. Und genau wie vor ca. 3 Monaten bin ich wieder im Dunklen am Tallinner Bussijam angekommen. Doch anstatt einsam und verloren mich irgendwie zurechzufinden, war es nun alles schon so alltäglich. Ohne großes Nachdenken ging ich automatisch zur Straßenbahnhaltestelle und fuhr den schon gewohnten Weg nach Hause. Ja, Tallinn ist nun wirklich mein Zuhause geworden! Natürlich habe ich auf dem Weg (ich war ca. 20 Minuten unterwegs) vom Bussijam bis zu meinem Hostel noch mal einen andren Freiwilligen getroffen. Mittler Weise ist auch dies normal: Frewillige tauchen überall auf Lachend!

 

Viele liebe Grüße aus Tallinn,

Krissi

Die letzten 3 Wochenenden

Mittwoch, 20.11.2013

Immer wieder habe ich in den letzten 3 Wochen von kleineren Ausflügen und neuen Entdeckungen geschrieben, aber mir ist mal aufgefallen, dass ich kaum etwas so zum Allgemeinen der Wochenenden erzählt habe. Grundsätzlich habe ich an den Wochenenden eigentlich Frei und somit Zeit Estland zu erkunden.

Seitdem ich Anfang Oktober auf dem On Arrival Training war, hat sich mein Freundeskreis an Freiwilligen in ganz Estland echt vergrößert. Und so kam es, dass an den vergangenen 3 Wochenenden auch jeweils ein oder zwei Freiwillige aus andren Orten in Estland bei mir in Tallinn zu besuch waren. Somit musste ich mich auch immer wieder mit der Stadt und der Geschichte Tallinns auseinandersetzen. Ich wollte ja meinen Mitfreiwilligen auch etwas mit auf den Weg geben, von der Stadt Tallinn, die mich immer mehr begeistert. Das Allabendliche weggehen wurde natürlich eher weniger geplant, war aber auch immer ein fester Programmpunkt

Auch wenn die Wochenenden immer komplett anderst waren (und ich zum Teil danach echt etwas müde und erschöpft war), bin ich sehr dankbar um die vielen tollen Begegnungen mit den ganzen Freiwilligen. Oft waren wir tagsüber in größeren Gruppen unterwegs, aber gerade nachts und beim Frühstücken war es dann auch echt mal toll mit einen oder zwei Freiwilligen etwas intensiver zu Reden.

 

Da es mir total schwer fällt, nun von jedem Wochenende zu berichten, gibt es hier einfach einige Fotos als Zusammenfassung (kleinere Blogeinträge zu den Wochenenden stehen ja auch unten):

            

 

Auf das kommene Wochenende (rund um den 22. November) freue ich mich nun auch schon, da ich dann einmal wieder an der Reihe bin mit dem Wegfahren. Philipp, ein Freiwilliger in Pärnu (in Westestland), hat Geburtstag. Wenn das mal kein Grund für einen Wochenendausflug ist Lachend. Mehr dazu erzähle ich euch dann in meinem nächsten Blogeintrag.

Viele liebe Grüße aus Tallinn,

Krissi

PIMEDATE ÖÖDE FILMIFESTIVAL -> PÖFF

Sonntag, 17.11.2013

Oder auf deutsch: Schwarze Nächte Filmfestival

Noch bis zum 1. Dezember findet in Estland das größe nordeuropäische Filmfestival statt. Kein Wunder, dass es gerade jetzt: die Nächte werden immer länger und wenn es schon um 16 Uhr dunkel wird, muss man die Zeit ja irgendwie rumbekommen. Die beste Jahreszeit für Filme und Kino. So kam es also, dass auch ich in einem PÖFF-Film gelandet bin.

Marcel, ein andrer Freiwilliger aus Deutschland hier in Estland, der das Wochenende in Tallinn verbracht hat, und ich hatten es zwar schon freitags angedacht, sonntags in einen Film zu gehen, aber irgendwie haben wir es nicht geschafft die Karten dafür vorher zu besorgen. Von einigen andren Filmen hatte ich schon gehört, dass sie ausverkauft waren. Dennoch entschlossen wir uns einfach an der Abendkasse noch nach Karten zu fragen. Was für eine Überraschung: Wir haben die Eintrittskarten geschenkt bekommen Lächelnd. Kaum im Kinosaal angekommen war es auffallend wie festlich gekleidet die andren Menschen doch waren und dass auch so gut wie jeder ein Weinglas in der Hand hatte. Auf unsren Plätzen (natürlich auch mit Weinglas) angekommen, könnte der Film ja los gehen. Doch bevor es los ging traten erst mal eine (wichtige) Menschen nach vorne: Der deutsche Botschafter, der Leiter des Goethe Institutes, der Cutters des Filmes und noch einige Übersetzer, der Leiter des Kinos usw.. Nach kurzen Reden wurde es dann auch klar: der Film war der Eröffnungsfilm der deutschen Filme auf dem Festival und deswegen waren so viele fein gekleidete Menschen und deutscher Wein hier.

Irgendwie passiert es mir hier echt total oft, dass ich durch Zufall zu sämlichen feierlichen Anlässen dazu komme (und dies dann natürlich immer in Alltagskleidung Zwinkernd).

 

Da ich von meinem ersten PÖFF Flim so begeistert war, habe ich mir zusammen mit Eva schon mal ein bisschen ins Programm geschaut und noch zwei andre für uns intressante Filme gefunden. Die schwarzen Nächte können also kommen.

 

Viele liebe Grüße aus Tallinn,

eure Krissi

Sonne

Sonntag, 10.11.2013

In meinem letzten Blogeintrag habe ich zwar noch berichtet wie der graue Herbst hier eingezogen ist, aber heute ist es passiert: ICH HABE DIE SONNE GESEHEN!!! Selten habe ich mich so sehr darüber gefreut Lächelnd. Ich muss schon zugeben, dass mir die Sonne schon etwas fehlt. Deswegen habe ich mich warm eingepackt (auch wenn die Sonne da ist, es ist noch immer kalt - und ich habe die Gewissheit, dass es noch kälter wird Zwinkernd) und bin mal wieder zum Strand gefahren. Es hat sich auch echt gelohnt:

Schön, oder? Ach, dieses Meer bei Tallinn *träum*...

Keine Ahung wie das Wetter bei euch gerade so ist, aber falls ihr auch genug von dem grauen Herbst habt, hier mal noch so einige von meinen Lieblingssonnenuntergangsbilder vom Strand, der letzten 2 1/2 Monaten.

Wünsche euch allen eine wunderschöne und gesegnete Woche,

eure Krissi

Die schönen Seiten des bewölkten Himmels

Freitag, 08.11.2013

Tallinn bzw. ganz Estland lebt gerade im Herbst. Und der Herbst hier ist recht ählich wie der deutsche Herbst. Anfang Oktober wurde es noch mal etwas wärmer, die Blätter bunter und es kam mir ein bisschen wie im Frühling vor: strahlend blauer Himmel und eine farbenprächtige Natur. Dies ist nun weitestgehend vorbei. Die meisten Blätter sind von den Bäumen gefallen und es wird immer zeitiger dunkel. Der Himmel ist mit schweren grauen Regenwolken behangen. Kein wirklich schönes Auflungswetter, da die ganze Luft irgendwie nass und kalt ist...

Doch gerade habe ich auch wieder eine faszinierende Seite des grauen Himmels erleben dürfen. Auf dem nach Hause weg kam ich am Tallinner Rathaus vorbei. In der Dunkelheit wird der Trum des Rathauses angeleuchtet. Und der Schatten des angeleuchteten Turmes wirft sich auf die Wolken nieder. Einfach WOW:

Herbstliche Grüße aus Tallinn,

eure Krissi

Ausflug zu einem meiner Lieblingsorte in Tallinn

Montag, 04.11.2013

Jaaaaa, auch nach wie vor zieht mich der Tallinner Strand total an, aber heute möchte ich euch mal an einen andren Ort mitnehmen, in dem ich mich seit ca. 2 Wochen total gerne aufhalte. Es handelt sich dabei um dem Stadtteil Nõmme. Bis 1940 war Nõmme noch eine eigenständige Stadt und obwohl es heute an Tallinn rangewachsen ist, hat es noch viel von einer kleinen estnischen Gemeinde. Zumindest in meinem Vorstellungen  Lächelnd. Ich sollte so langsam echt mal anfangen in eines der vielen netten kleinen Städtchen mitten im estnischen Wald zu fahren umd das echte Estland kennen zu lernen...

Eigentlich bin ich zum ersten mal nach Nõmme gefahren um dort auf dem Markt frisches Obst und Gemüse einzukaufen. In der Mitte des Stadtteiles gibt es nämlich einen großen Marktplatz auf dem die Einheimischen täglich frisches Obst und Gemüse verkaufen - so wie früher eben:

 

Abgesehen von dem Turg (Turg ist das estnische Wort für Markt) gibt es eben jede Menge Natur. Gründervarter des Stadtteiles war der 1841 geborene baltischdeutsche Adlige Nikolei von Glehn. Er legte die ganze Stadt wie eine große Parkanlage an, d.h. es stehen einzelne große Holzhäuser verteilt, umgeben von Wald. Er selbst hat sich dort auch eine Burg bauen lassen, das Glehni loss (loss ist das estnische Wort für Schloss)

Direkt neben dem Schloss befinden sich nun noch verschiedene Statuen von dem estnischen Nationalhelden "Kalevipoeg" (übersetzt: Sohn des Kalevs), die sich eignen um nette gestellte Touristenfotos zu machen:

 

Bei Gelegenheit muss ich euch auch mal die Geschichte des Kalevipoeg erzählen, aber dafür ist es nun schon zu spät.

* Guts Nächtle *, eure Krissi

PS: Auch in Estland wurde die Zeit umgestellt und auch hier wurde es herbst. Nach wie vor bin ich noch immer sehr überrascht, dass es nun um 17.00 Uhr schon so richtig dunkel ist. Die Tage werden immer kürzer und die schwarzen Nächte immer länger.Ich bin schon sehr auf die Zeit gespannt, in der es nur von ca. 10.00 Uhr bis 15.30 Uhr hell ist - und mit hell ist hier nicht gemeint, dass die Sonne scheint...