Berichte von 09/2013

Raus aus der Stadt - rein in die Natur (Part 1)

Samstag, 28.09.2013

Heute ging es mal wieder raus aus Tallinn hinein in die wunderbare Natur Estlands. Estland besteht zu einem großen Teil aus Wald, also Natur pur. Katharina hatte sich ein Buch mit estnischen Leuchttürmen besorgt, die sie sich nun mal anschauen wollte. Da sind Carolin und ich natürlich gerne mitgefahren. Wir alle wohnen ja in Tallinn und somit eh schon an der Küste. Somit mussten wir nur ca. 45km weiter entlang der Küste in den Nord-Westen nach Pakri fahren. Gleich 2 Leuchttürme konnten wir uns ansehen.

Aber nun will ich gar nicht mehr so viel schreiben, schaut euch einfach die Fotos an:

Habt ein schönes Wochenende und seid lieb gegrüßt,

eure Krissi

Dafür kann man eine Kirche auch nutzen...

Dienstag, 24.09.2013

Ich habe hier ja echt schon viele verschiedene Nutzungsarten des Gottesdienstraumes in der Kirche miterleben dürfen: natürlich Gottesdienst feiern, Party zum Schuljahresbeginn (zu der 50 Kinder eingeladen wurden, am Ende dann irgendwie ca. 100 da waren -> wie gut, dass in der Kirche Platz für alle ist Lächelnd), Flamencotanzstunden oder auch feierliche Vertragsunterzeichnungen. Aber heute kam noch mal etwas neues dazu: Kleiderspenden Verteilung. Und das sieht dann so aus:

Praktisch an Hand von einer kleinen Bildergeschichte erzählt. Das ganze passiert ca. 6x im Jahr Lächelnd. Und ich bin schon richtig gespannt, was wir sonst noch so alles in der Kirche veranstalten dürfen.

 

Eines muss ich echt mal erwähnen: Unser Pfarrer hier hatte vor vielen vielen Jahren den Traum, dass die Kirche 24 Stunden rund um die Uhr 7 Tage in der Woche geöffnet ist und Menschen Zuflucht finden können. Und im Peeteli hat er diese Vision mit einer sehr wertvollen Arbeit verwirklichen können. Ich bin immer wieder erstaunt mit viel Liebe die Mitarbeiter den Kindern, Eltern und Obdachlosen begegnen und wie viel Segen in dieser Arbeit liegt!

Über Johvi nach Narva und zurück nach Tallinn über den Lahemaa-Nationalpark

Samstag, 21.09.2013

Der erste etwas größere Tagesausflug ist nun auch geschafft. Zusammen in der Deuschen Evangelischen Kirchengemeinde Tallinns ging es auf Gemeindeausflug nach Narva. Die frühe Abfahrt um 8.00 Uhr am Busbahnhoft (früher Aufstehen bin ich nicht mehr so gewöhnt...) hat sich total gelohnt. Etwas verschlafen machten wir uns auf den Weg in den Osten Estlands. Neben mit im Bus saß Carolin, ebenfalls eine deutsche Freiwillige in Estland und so konnten wir uns in der ersten Fahrtstunde erst mal über unsre ersten Eindrücke und unsre Arbeitsfelder austauschen und dann waren wir auch schon in Johvi um uns mit dem deutsch-estnischen Kulturverein zu treffen. Gemeinsam machten wir einen großen Spaziergang durch die wunderschöne Parkanlage.

Weiter ging es dann nach Narvazum Ende der EU. Narva wurde 1240 das erste mal schriftlich erwähnt. Die dieser Zeit gehörte Nordestland noch zu Dänemark. Im Laufe der Jahrhunderte herrschten Dänen, Deutsche, Schweden, Russen und Esten über die Stadt. Unser Bus parkte am Parkplatz vor der touristischen Hauptattraktion der Herrmannsfestung (na, Pia, das ist doch was für dich Lächelnd). Zuerst ist mir aufgefallen, dass der russische Grenzübergang direkt dort auch war. Ich habe mich noch nie in meinem Leben Russland so Nahe gefühlt. Auf jeder Seite des Grenzüberganges standen jede Menge Grenzwächter, Autos und Menschen, die ins andre Land reisen wollten.

Natürlich wagten wir alle erst mal einen Blick von der Herrmannfestung rüber zur russischen Burg Ivangorod. Die beiden Festungen/Burgen und somit auch Estland und Russland trennt an dieser Stelle nur der Fluss Narva. Einer der am schnellsten fließenden Flüsse Europas.

Fluss Narva mit der Burg Ivangorod - mein erster Blick nach Russland

Nach dem Mittagessen und einem kleinen Stadtspaziergang (Narva wurde im Krieg komplett verstört; einer "Legende" nach überlebten nur 2 Einwohner der Stadt den 2. Weltkrieg -> es gab dort nicht viel sehenswertes) besuchen wir noch die Alexanderkirche, welche in den Jahren 1881 bis 1884 erbraut wurde und damals die größe Kirche des heutigen Estlandes gebaut. Zur Sowjetzeiten diente das achtäckige Gebäude als Lager für Alkoholika. Die Kirchengemeide wurde damals in ein kleines unauffälliges leerstehendes Fabrikgebäude ausgelagert, in der sich die Gemeinde heute noch trifft. In der Alexanderkirche finden heute überwiegend Konzerte statt, da die Kirchengemeide kein Geld hat um das innere der Kirche wieder aufzubauen.

Auf der Rückfahrt machten wir noch einen letzten Halt im Lahemaa Nationalpark. Neben der Möglichkeit von einer Cafe und Kuchenpause hatten wir auch noch mal Zeit zum Spazierenlaufen.

 

Ich habe gleich die Chance genutz auch noch die andren Gemeidemitgliedern ein bisschen kennen zu lernen. Es ist eine sehr vielfälige Gemeinde. Neben einigen Deutschen, die in der Bootschaft oder der deutschen Schule arbeiten, waren auch einige "Mischehenfamilien" sowie Esten, die z.B. durch ein Erasmusjahr in Deutschland waren und sich nun einfach weiterhin mit der deutschen Sprache beschäftigen wollen. Opitmale Ansprechpartner für die vielen Fragen rund um die estnische Sprache, Kultur und Tallinn.

Wieder zurück im Hostel gab es dann auch noch eine kleine Überraschung: Wir haben einen neuen Mitbewohnerin: die ca. 1 Monat alte Millie. Sie wohnt unten in der Rezeption und freut sich über jede Menge Aufmerksamkeit.

Viele liebe Grüße aus Estland,

eure Krissi

Hommikuti - die Vormittage

Montag, 16.09.2013

Am Nachmittag ist meine Arbeit meistens ganz klar: ich arbeite im Day Care mit. Dort kommen gerade immer zwischen 15 und 20 Kinder zwischen 6 und 16 Jahren.

 

 

Aber heute möchte ich euch mal einen kleinen Einblick in die abwechslungsreiche Arbeit am Vormittag geben, wenn keine Kinder da sind.

Natürlich gibt es einige Tage an denen ich erst um 13 Uhr oder 14 Uhr ins Peeteli kommen sollen, dann geht es direkt mit der Arbeit im Day Care los Lächelnd.

An den andren Tagen startet die Arbeit um 10.00 Uhr (dementsprechend sollte ich so gegen 9.40 Uhr auch das Haus verlassen um pünktlich dort zu sein). Dann wird erst mal ca. 1 h lang gefrühstückt mit allem was dazu gehört. Die Esten lieben es deftig, somit gibt es eigentlich immer Käse, Wurst und Fisch, dazu Gurken, Tomaten und Ei in verschiedenen Formen. Heute gab es dann auch noch Lasange dazu Zwinkernd. Etwas gewöhungsbedürftig, aber es geht. Oft gibt es zum Glück auch einen Grießbrei, Milchreis o.ä. Satt wird man auf jeden Fall. Die Mitarbeiter, die im Dienst sind besprechen dann - soweit ich es mitbekommen habe - auch noch den heutigen Tag und tauschen sich aus. Leider komme ich bei diesen Gesprächen noch net so ganz mit. Wie gut, dass es Eva gibt mit der ich mich dann unterhalten kann. Anschließend habe ich in den vergangen Wochen einfach in verschiedenen Bereichen mitgearbeitet, z.B. habe Irene oder Katja in der Küche Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten,... schälen und schneiden dürfen, Nachtisch in Schüsselchen gefüllt oder Lebensmittel kontrolliert.

Ein andrer Bereich ist bei Liia (und Tiette) beim lagern, verteilen oder besorgen von Spenden. Einmal waren wir schon in unsrer Lagehalle an einem Hafen und natürlich gehört auch das richten und verteilen von Lebensmittelpaketen zu diesem Aufgabenfeld.

 

Zu meiner großen Überraschung kam heute wieder etwas Neues dazu. Heute durfte ich bei Galina kreativ tätig werden und Kerzen verschönern. Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, hatte ich viel Freude beim Baschdeln Zwinkernd. Und es wurde noch besser: Ich werde die ganze Woche am Vormittag (bis auf morgen, da reicht es, wenn ich zum Day Care komme) bei Galina sein. Finde ich echt gut. Schön ist auch, dass Eva natürlich auch mit dabei ist. Das Arbeiten mit Galina war heute auch sehr entspannt. Galina spricht leider kein englisch aber mit Händen und vormachen kann man ja alles erklären. Außerdem stört es sie auch nicht, wenn wir während dem Arbeiten Musik hören. Ich freue mich nun schon so richtig auf die Arbeit am Vormittag und bin gespannt, was wir noch so alles tun werden. Die gebastelten Sachen sollen bei einem Basar verkauft werden und der Erlös kommt natürlich Peeteli zu Gute. Hier mal die ersten Ergebnisse (ich hoffe es folgen noch mehr in dieser Woche):

 

Habt alle eine tolle Woche und seit lieb aus Tallinn gegrüßt,

eure Krissi

Flamenco Tanzstunde - oder die erste Erkenntnis, dass ich vielleicht Ergotherapie brauche...

Mittwoch, 11.09.2013

Ich hatte ja echt den Wunsch, dass mein Jahr in Estland voller Überraschungen steckt, aber das nach Karten für ein Nationalmannschaftsspiel nun noch Flamenco Tanzstunden kommen, hätte ich net gedacht... Aber das ist hier im Peeteli völlig normal. Jeden Mittwoch kommt eine Flamenco Tanzlehrerin und tanzt mit einigen Mitarbeiterinnen und auch ein paar von den älteren Mädchen/Jugendlichen Flamenco. Das ganze findet natürlich in der Kirche statt. By the way: Sämliche Veranstaltungen vom Peeteli finden in der Kirche statt, sei es Schulsachenverteilung, feierliche Stipendiumsunterzeichnungen oder eben auch Flamenco Tanzstunden. Die Krichengemeinde ist wirklich sehr gastfreunlich Lächelnd. Nun aber wieder zurück zur Tanzstunde. Zuerst haben wir im Sitzen einige Rythmusklatschübungen gemacht. Das hat ja noch ganz gut geklappt. Anschließend trainierten wir Schnürkelbewegungen von unsren Händen. Ich war schon lange nicht mehr in einer Ergotherapiestunde, aber das hat mich sehr an Ergotherapie erinnert. Mir war es gar nicht so bewusst, wie sehr man seine Arme und Hände doch verdrehen kann und wie gut das aussieht, wenn man es richtig macht Zwinkernd. Nach all den Trockenübungen ging es dann los auf die Tanzfläche im vorderen Teil der Kirche. Für das erste mal haben wir, Eva war natürlich auch mit dabei, gar nicht so schlecht geschlagen. Habe nun ja ein Jahr Zeit um herauszufinden, ob das was für mich ist. Vielleicht sollte ich mich hier mal noch etwas nach Ergotherapiestunden umschauen, denn die Koodrination von linker Hand, rechter Hand, linkes Bein, rechtes Bein und Körperspannung lässt doch noch etwas zu wünschen übring.

... noch ein kleiner Nachtrag :)

Sonntag, 08.09.2013
Nachdem ich gestern ja schon berichtet habe, dass ich nun ein echter Estlandfan bin, kommen hier auch noch ein paar Beweisfotos wie fabelhaft Tallinn doch ist:


Wie ihr bestimmt gemerkt habt, ist der Strand mein Lieblingsplatz. Gerade haben wir noch echt traumhaftes Wetter (bis zu 17 C meistens tagsüber und so 6 C nachts), sodass ich gerne einfach nach dem Arbeiten noch ein bisschen Zeit dort verbinge um mit Eva spazieren zu laufen und zu quatschen, zu Lesen, Tagebuch zu schreiben oder einfach den Sonnenuntergang bestaunen.

Ach ja, in einem kleinen Seitengespräch mit einer Kollegin habe ich auch erfahren, dass es nur noch 3-4 Tage im Jahr gibt, in denen es in Tallinn wirklich -30 C hat ;). Also werde ich hoffentlich noch viele Stunden am Strand verbringen können.


Aber ich möchte euch auch ein bisschen die Innenstadt näher bringen. Wohnen tue ich super zentral in einem christlichen Hostel, neben der ältesten Kirche Tallinns. Historisch gesehen ist die Kirche von großer Bedeutung, weil nach der Reformation zum ersten mal die Messe in estnischer Sprache gelesen wurd. Ihr Barockturm gehört zu den meistfotografierten Türmen in der Stadt. Und zum Marktplatz, dem Stadtzentrum, brauche ich keine 2 Minuten. Lasst euch selbst ein bisschen von Tallinns Altstadt verzaubern:


Viele liebe Grüße aus Tallinn,
eure Krissi

VOITLE, EESTI, VOITLE!

Sonntag, 08.09.2013
Nach Estland bin ich gegangen um sozial benachteiligten Kindern zu helfen und ihnen für einige Stunden am Tag eine Heimat zu geben. Doch schon nach einer Woche durfte ich selbst erleben wie reich ich beschenkt werde. Es klappt nun auch ohne eine gemeisame Sprache mit dem Aufbau von Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen (natürlich auch zu den ganzen Mitarbeitern) ganz gut. Ich habe schon das Gefühl, dass sie verstanden habe, dass ich nun ein Teil vom Peeteli bin, sie sich freuen, wenn sie mich sehen und ich von ihnen zum Spielen aufgefordert werde. Es ist echt schön das Gefühl zu haben gebraucht zu werden und eine wertvolle Arbeit tun zu können.

Eine große Überraschung gab es am Freitag. Eva, meine Mitfreiwillige aus Deutschland, und ich sollten für Youthevening etwas länger im Peeteli bleiben. Einige Jugendlichen haben sozusagend ein Stipendium von Förderern aus Norwegen bekommen. Dafür gab es ein sehr förmliches Unterschreiben in der Kirche. Spontan wurden wir dann von den Gästen aus Norwegen auch noch zum anschließenden Pizzaessen eingeladen. Die Jugendlichen hatten nach dem Pizzaessen noch die Möglichkeit ins Fußballstadion zu gehen um sich das ausverkaufte WM Qualifikationsspiel Holland-Estland zur Feier des Tages anzuschauen. Tja und da waren auf einmal noch 2 Karten übrig, die Eva und ich bekommen hatten. Kaum 10 Tage in Estland durfte ich mir also gleich mal ein Fußballspiel der estnischen Nationalmannschaft im Stadium ansehen. WOW. Es war wirklich ein tolles Erlebnis - genau wie der ganze Abend. Das Spiel ging 2:2 aus und wir alle feuerten die Nationalmannschaft an :). Nicht nur für mich, sondern vor allen Dingen für die Jugendlichen war es wirklich ein sehr gelungener Abend. Echt toll einen so erlebnisreichen Abend mit den Jugendlichen zu erleben und sie auf ganz ungezwungene Weise ein bisschen besser kennen zu lernen.


Ich bin natürlich nicht nur ein Fan der estnischen Fußballnationalmanschaft geworden, sondern schon von ganz ESTLAND! In diesem Sinne: VOITLE, EESTI, VOITLE!